Statisten bei „Faust - Die Rockoper“ ... Goethe lebt !

Durch die ganze Schulzeit begleitet uns der große Johann Wolfgang von Goethe, doch den richtigen Zugang zu finden, bleibt immer schwer. Über 200 Jahre alter Stoff soll heute noch interessant sein? Das ist nicht nur für so manche Lehrer eine Herausforderung. Aber Komponist und Autor Rudolf Volz zeigt, wie es geht: Faust I in 27 absolut modernen Rock- und Popsongs mit den Originaltexten von Goethe ist ein einmaliges Erlebnis, das Show und Weltliteratur vereint. Schülerinnen der zehnten bis zwölften Klassen unserer Schule durften hautnah auf der Bühne dabei sein, als es hieß: „Zwar weiß ich viel, doch möcht ich alles wissen“. Am 8. September in Potsdam und am 2. und 3. November 2010 in Frankfurt/Oder wurden sie Teil eines Ensembles aus jungen Schauspielern, Sängern und Tänzern und konnten als Hexen bei der Walpurgisnacht abrocken, bevor sie von Mephisto verzaubert auf der Bühne einfroren, und für ein paar Stunden in die spannende Welt des Theaters abtauchen: Kostüm, Maske, Auftritt und Finale durchleben. Und das alles vor einem Publikum aus anfangs skeptischen und später begeisterten Schülern, es war unglaublich aufregend, mitreißend und vor allem ein Beweis für die Aktualität, die in diesem Stück steckt. Denn ganz nebenbei findet man sich mitten auf den Seiten wieder, die man sonst fast teilnahmslos liest. Wenn aber Faust, Mephisto und Gretchen lebendig werden, wird auch das Drama lebendig, in dem der menschliche Wunsch nach ewiger Jugend und Liebe so präsent ist wie eh und je. Spielen nicht Jugendwahn und Liebesintrigen die Hauptrolle in der heutigen Filmindustrie, und was würde Goethe wohl dazu sagen?!

Die Statisten haben jedenfalls ihre Improvisationskünste im Tanzen und ihren Mut auf der Bühne bewiesen und wollen, wenn Faust II in den Theatern rockt, unbedingt wieder dabei sein.

Stine Leeder