Eine Fahrt mit Kultur, Spaß und Spannung

Auch  in diesem Jahr veranstaltete das Albert-Schweitzer Gymnasiums Eisenhüttenstadt für uns Schüler der 10. Klassen eine Stufenfahrt in eine der schönsten Kulturstädte Europas. Zur Auswahl standen schließlich Rom oder Prag. Eine schwere Entscheidung!

 

Am 26.03.2012 machten sich um 07:30 Uhr 33 Schüler in Begleitung der 3 Lehrer Frau Zernitzky, Herrn Kärgel und Herrn Held auf den Weg in die „Goldene Stadt“ Prag.

Sechzig Kilometer vor Prag hatten wir einen Zwischenstopp zur Besichtigung des ehemaligen Konzentrationslagers Theresienstadt. Der Rundgang durch das Lager und die Erklärungen zum Alltagsleben der Häftlinge ließen uns erschaudern, aber auch die schreckliche Geschichte ein wenig besser verstehen. Welch ein Glück für unsere Generation, dass wir in einer friedlicheren Welt aufwachsen und diese unbehindert bereisen können.

Gegen 16 Uhr erreichten wir dann unser Hotel in Prag. Die günstige Lage gewährleistete uns eine schnelle Metroverbindung zu allen wichtigen Orten der Stadt. Doch viel Zeit für Entspannung blieb uns nicht. Nach dem Abendbrot ging es in das Nachtleben der tschechischen Hauptstadt. Hier wurden wir von dem Trubel der Menschenmengen und der Atmosphäre mitgerissen und einige verliebten sich hier schon in die Stadt. Prag bei Nacht – welch ein Erlebnis! Völlig ausgelaugt von einem schönen, aber auch anstrengenden Tag kehrten wir in unser Hotel zurück.

 

Am 2.Tag führte uns unser Weg in die historische Altstadt der „Goldenen Stadt“. Durch eine von zwei Stadtführerinnen geleitete Tour begann eine Entdeckungsreise durch eine vom Jugendstil geprägte Architekturlandschaft der Neustadt Prags. So führte uns die Reise nach  einer kurzen geschichtlichen Einführung auf dem Wenzelsplatz im Stadtzentrum in die wunderschöne Altstadt, die uns viele interessante Eindrücke zur Prager Kultur bot, anschließend auf die Karlsbrücke, in die Stadtbibliothek und auf den alten Marktplatz. Um Punkt 12 Uhr bestaunten wir hier mit vielen anderen Schaulustigen die astronomische Aposteluhr.

Am Nachmittag folgten je nach Interesse Besuche im Folter-, Schokoladen- und  Wachsmuseum, die uns allen sehr gefielen.

 

Am 3. Tag fuhren wir in das jüdische Viertel von Prag. Wir besuchten Gedenkstätten, eine prunkvolle Synagoge und den jüdischen Friedhof. Hierbei erhielt jeder Schüler einen doch sehr tiefgründigen Einblick in die jüdische Kultur und ihre Vergangenheit, einschließlich des 2. Weltkrieges. Erinnerungen an das Lager Theresienstadt wurden wach.

Bei schönem Wetter und Sonnenschein erlebten wir die Wachablösung auf der berühmten Prager Burg und genossen den wunderbaren Ausblick auf die Stadt.

Am Nachmittag standen wieder Museen zur Wahl: das Franz Kafka-Museum, das Kommunisten-Museum oder das Bedrich Smetana-Museum. Alle zeigten sich voller Begeisterung für die dort dargestellten Themen, was wiederum für ein gutes Gruppenklima sorgte.

 

Am letzten Tag stand allen Schülern eine etwas längere Reise in die Skodawerke bevor. Dort angekommen, wurden wir durch einen Film allgemein über die Entstehung der Automarke unterrichtet und später durch die Produktion geführt - Fließbandarbeit. Wir bestaunten alte Skodafabrikate, aber auch die neuesten Modelle, in denen wir sogar Probe sitzen durften. Auch dieser Tag wurde zu einem Highlight.

Aber damit noch nicht genug! Zurück im Hotel nutzten besonders die Mädchen die Zeit, um sich für die größte Disco Europas herzurichten, die sich dicht bei der Karlsbrücke befindet

und Tanz in verschiedenen Sälen bietet. Sogar diejenigen, die anfangs gar keine Lust hatten mitzukommen, waren am Ende begeistert. Leider mussten wir die letzte Metro bekommen.

 

Nach einer wunderbaren Woche mit Spaß, Abenteuer und guter Laune stand nun der Tag der Abreise bevor. Jedem Schüler war anzumerken, wie wehmütig er seine Koffer packte. Frei nach dem Motto: „Man sollte gehen, wenn es am schönsten ist.“, mobilisierten wir noch einmal unsere Kräfte, um die lange Heimreise anzutreten.

 

Die Reise nach Prag war für jeden von uns ein unvergessliches Erlebnis. Die Verbindung von Spaß und Schulveranstaltung harmonierte die ganze Zeit. Selbst nach 3 Jahren gemeinsamen Schulalltags konnte man einander doch noch besser kennen lernen. Dazu trugen auch die durchschwatzten Nächte und das gemeinsame Singen und Musikmachen bei. Auch das gute Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern war zu keinem Zeitpunkt gefährdet und funktionierte prächtig.

Die Stufenfahrt nach Prag wird für alle Schüler unvergesslich bleiben und ist schon jetzt eines der absoluten Höhepunkte in unserem 12 jährigen Schulleben.

Wir bedanken uns in diesem Sinne bei allen Beteiligten, die diese Fahrt erst möglich gemacht haben. Auch danken wir den Lehrern, die uns begleiteten, für eine wundervolle Woche.

 

                                                                                              Richard Gregor